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Teresa Vittucci

Trilogie In Praise of Vulnerability: SANE SATAN

Teresa Vittucci zeigt ihre Trilogie In Praise of Vulnerability ein letztes Mal. Alle drei Stücke der Trilogie sind in derselben Woche am Tanzhaus Zürich zu Gast. Eine einmalige Gelegenheit das Schaffen Vittuccis als geballte Ladung (erneut) zu erleben.

Satan ist tabu. Der gefallene Engel ist das Symbol des Bösen schlechthin. Die vermeintlich unheilvolle Gestalt wird auch heute noch dazu benutzt, moralische Konzepte durchzusetzen. Was jedoch als böse und was als gut eingestuft wird, lässt sich nicht so eindeutig bestimmen. Es lohnt sich, das Böse und diejenigen, die es als solches definieren, genauer unter die Lupe zu nehmen.

In SANE SATAN, dem dritten und letzten Teil der Trilogie In Praise of Vulnerability untersucht Vittucci mit Humor die Geschichten und Bilder, die uns so vehement vor dem Teufel warnen. Wie Maria in HATE ME, TENDER, die als Kämpferin für Verletzlichkeit den Mythos des «Jungfernhäutchens» entlarvt, und Eva in DOOM, die sich dank ihrer Neugierde von einem aufgezwungenen Wertesystem befreien kann, suchen Teresa und ihr Team in SANE SATAN nach einer neuen, queer-feministischen Lesart dieser schillernden Figur unserer Kulturgeschichte. Verführerisch, monströs und gefangen in den vorherrschenden Strukturen: Satan hat das Potenzial, ein:e Kompliz:in für all jene zu sein, die aufgrund ihrer Andersartigkeit abgewertet, ausgegrenzt und unterdrückt werden. Diese trotzige Kraft der Figur des Satan, die in ihrer Rolle als Aussenseiter:in, Kritiker:in und nicht zuletzt als geschlechtsambiguöse Figur zum Vorschein kommt, ebnet den Weg für neue Perspektiven auf gängige Moralvorstellungen.

Nebst SANE SATAN zeigen wir HATE ME, TENDER sowie DOOM.

Das Stück Sane Satan (deutsch: «Geistig gesunder Satan») von Teresa Vittucci gehört thematisch zu ihren zwei letzten Stücken. Die letzten zwei Stücke waren Hate me, tender (deutsch: «Hasse mich, zärtlich») und Doom (deutsch: «Untergang», «schlimmes Schicksal»). In allen drei Stücken geht es um Figuren aus der Bibel: In Hate me, tender geht es um die Jungfrau Maria, in Doom geht es um Eva und in Sane Satan geht es um Satan, den Teufel.

Satan ist böse. Satan sagt den Menschen, sie sollen verbotene Sachen tun. Satan ist ein Monster. Das sind Dinge, die man über Satan sagt. Und so wird Satan auch traditionell in Bildern gezeigt. Aber wer entscheidet, wer oder was als «böse» gilt? Vielleicht ist Satan in Wahrheit ganz anders? Vielleicht kann Satan für viele Menschen ein:e Freund:in sein? Für Menschen, die von der Gesellschaft ausgestossen und unterdrückt werden, weil sie anders sind? So wie Satan von Gott ausgestossen wurde. Diese Fragen stellt Teresa Vittucci auf humorvolle Art in diesem Stück.

Konzept, Regie, Text Teresa Vittucci
Performance Alina Arshi, Teresa Vittucci
Dramaturgie, Text, Video Benjamin Egger
Dramaturgische Begleitung Tanzhaus Zürich Lea Moro
Bühne, Lichtdesign Anna Wohlgemuth
Lichtdesign, technische Leitung Anahí Pérez
Choreografieassistenz und Material Emma Bertuchoz, Emmeliin Chemouny
Erfinder Gabriel Schneider
Musik Gil Schneider
Schneider David Lammstrand
Mitentwicklung und Danke Henry Browne, Deborah Macauley

Produktionsleitung Diana Paiva / high expectations
Administration Karin Erdmann
Produktion OH DEAR! Zürich

Koproduktion Internationales Sommerfestival Kampnagel, Arsenic Lausanne, Tanzhaus Zürich, Charleroi danse DCCN, La Briqueterie CDCN, Théâtre Saint-Gervais Genève, Dampfzentrale Bern

Unterstützung RESO – Tanznetzwerk Schweiz, Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia, Stiftung Anne-Marie Schindler, Landis & Gyr Stiftung, Prix Tremplin Leenaards/La Manufacture, Kulturfonds der Société Suisse des Auteurs SSA

Residenzen O Espaço do Tempo, La Briqueterie – CDCN du Val-de-Marne (unterstützt durch das Französische Kulturministerium/DRAC IDF)

Premiere August 2024, Internationales Sommerfestival Kampnagel Hamburg
Spezieller Dank an Belluard Bollwerk Festival Fribourg, Studio CUTE

Die Aufführungen werden im Rahmen des Koproduktionsfonds von Reso - Tanznetzwerk Schweiz veranstaltet, mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und der Kantone.

Teresa Vittucci

Teresa Vittucci ist ein:e in Wien geborene Künstler:in und seit 2015 in Zürich ansässig. Ihre Arbeit ist im Bereich der zeitgenössischen Tanzperformance verwurzelt und untersucht feministische und queere Perspektiven auf Popkultur, Geschichte und Religion. Subversive Witze sind immer Teil des Prozesses, wobei Humor ein wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit ist. Neben Teresas umfangreicher Solotätigkeit arbeitet sie mit anderen Künstler:innen wie Colin Self, Marilú Mapengo Namoda, Annina Machaz, Simone Aughterlony, Nils A. Lange, Michael Turinsky und Claire V. Sobottke, Melanie Jame Wolf sowie dem Theater HORA zusammen.

Teresa wurde 2018 mit dem Anerkennungspreis der Stadt Zürich als Performer:in ausgezeichnet und erhielt 2019 den Schweizer Tanzpreis für den ersten Teil ihrer Trilogie HATE ME, TENDER. Im Jahr 2022 kreierte sie das Solo RIDE auf Einladung des Centre Pompidou und Leopoldine Turbat als Antwort auf das wichtige feministische Werk der Avantgarde-Künstlerin und Filmemacherin Ulrike Ottinger. SACRE! - eine Zusammenarbeit mit Annina Machaz und dem Theater HORA - hatte im selben Jahr Premiere. Im Herbst 2023 wurde Teresa vom Deutschen Theater Berlin eingeladen, ihr Solo neu zu interpretieren. Das Ergebnis, HATE ME, TENDER_revisited, ist Teil des Repertoires und wird regelmässig in Berlin aufgeführt. Im März 2024 wird Teresa das dritte Werk ihrer Trilogie im Tanzhaus Zürich uraufführen.

Daten / Reservation
Sonntag, 12.04.2026
Clock 18:00 — 19:00
  • Soli: CHF 35
  • Regulär: CHF 25
  • Budget: CHF 15

Bühne 1
Tanzhaus Zürich
Wasserwerkstrasse 127a
8037 Zürich

  • Dauer: 1h
  • Gesprochene Sprache: Englisch
  • Rollstuhlgängig

Inhaltsangaben

  • Grosse Lautstärke
  • Nacktheit
  • Stroboskoplicht